FREE EAGLE Fun Racing Team


Die Boris Down Under Story

Die Geschichte von der andern Seite der Erde
(von und mit Boris Treml)

zum Geleit: Boris ließ mich Ende August wissen, dass er eben ein günstiges Ticket nach Australien erstanden, seine Wohnung zurück gegeben und den Hausrat verliehen hat. Jetzt oder nie! Mit dieser Devise, einem Jahr Zeit und dem Radl im Gepäck hat sich Boris nach Australien abgesetzt.
Meiner Sprachlosigkeit folgte noch ein großer Wunsch: Schreib mir doch bitte ab und zu Mal wie es dir geht, vielen Dank!
Ich wünsche dir Good Luck,
Paul

Short cut for our visitors from all over the world in english:
This is the story from our friend Boris, who left vienna overnight to explore Australia on his bike. End of August 2002 he took the plane, and app. 1 month later i got his 1st livesign from Down Under. Boris will stay in Australia for one year.
Please try the "funny" GOOGLE translation to read (and guess) Boris's report from Down Under. Link.
You like to visit our Homepage and read more about our "long distance junkies" Fun Racing Team? click here! (GOOGLE translation)

Thanks for your visit,
Paul


5. Nachricht von Boris (15.1.2003) (Originaltext aus seinem Email)

Montage(280x200).JPG (17014 Byte)

Servas die madeln servas die bum,

lang lang ists her und mein schlechtes gewissen treibt mich dazu wieder mal ein mail zu schreiben. in australien dachte ich, ah in neu seeland, da werd ich zeit haben, mails fuer alle, tagebuch abschreiben, statistiken machen (kilometer pro tag)usw. Was ist geschehen, herst ich bin im stress, nix von dem vorgenommenen ist passiert. wird wohl nicht so wichtig gewesen sein. ich bin jetzt ziemlich genau 1 monat hier in nz. Beim bernd gefaellt es mir total gut und der gedanke auf die nordinsel oder ueberhaupt wieder wegzufahren bereitet mir kopfzerbrechen und ein flaues gefuehl. Hier in mt cook, mir taugt es hier. Meine neffen die outdoor moeglichkeiten usw, ein traum. Sollte es dann zu eng werden schnappe ich mein rad und bin weg. Dies ist jetzt 2 mal passiert und 2 mal hab ich mich gesputet. Die eine expedition fuehrte mich an die ostkueste. war rund 5 tage unterwegs und es war wunderschoen. Dieses nz hab ich schon gekannt, ziemlich gleich zu mount cook. Die 2 reise fuehrte mich auf die westcoast. Hier hat mich einiges erwartet. Alpenpaesse, zwar nicht so hoch wie in oesterreich oder italien, aber so extrem steil. 2 Alpenpaesse waren zu bewaeltigen um an die Westkueste zu gelangen. Porters pass und Arthurs pass. Und war sie da die Westkueste. Regenwald wohin man nur schaut, tausende pflanzen, voegel singen und regen faellt. 2 Tage hatte ich regen. Am 2 Tag haette ich fast aufgegeben, konnte kaum mehr etwas sehen und es war ziemlich gefaehrlich. doch dann kam bruce bay und wie aus dem nichts war da aufeinmal blauer himmel und weit und breit kein regen mehr in sicht. Was sich dann offenbart hat war unglaublich. Wasserfaelle, fluesse zum ueberlaufen voll, voegel, die natur nach dem guss war unglaublich. Baume so extrem hoch, in australien war das eine attraktion, hier gewoehnlich, die baumstaemme sind nicht zu erkennen da sie ueber und ueber mit moos bedeckt sind. Farne 3 bis 4 meter hoch. alles so dicht. Am letzten tag musste ich wieder klettern, der haast pass war zu bewaeltigen. Hier treibt die natur ein wirlich komisches spiel. Die uebergaenge westen (regenwald) und osten (trocken, nadelbaeume) verschwimmen. Neben der tanne der farn und daneben eine palme. im hintergrund schneebedeckte berge. und damit der kitsch nicht zu kurz kommt, alles rund um einen dunkelblauen see.(lake wanaka).

Wirklich so unwirklich aber doch real. Weiters hab ich mich durchgerungen meine bilder entwickeln zu lassen. Was dabei rausgekommen ist, ist im anhang zu sehen. Es ist wohl die groessten hits aus 200. hoffe es gefaellt und es ist alles gut zu erkennen. Musste einen kompromiss zwischen groesse, qualitaet und quantitaet eingehen. rausgekommen ist das.....

hoffe ich hoer wieder mal was

boris

ach ja und wenn es hier noch so schoen ist, ich vermiss euch alle sehr


4. Nachricht von Boris (27.11.2002)

Humor ist wenn man trotzdem lacht.

Nach 1500 Kilometer ohne ruhetag sitz ich jetzt ziemlich muede und hungrig in ceduna. vom bernd (Anm.: Boris's Bruder) trennen mich keine 2000 kilometer mehr. Es waren doch mal fast 9000.

Die zweite koenigsetappe ist geschafft. Unterwegs hab ich einen englaender namens mike getroffen. Wir sind gemeinsam die Nullarbor gefahren, alleine haette ich es wohl nicht geschafft. Ich hatte die idee eine essensbox nach eucla zu schicken, ist so ziemlich in der mitte. Der gedanke was alles in der Box ist war nach rund 6 tagen eine wahre motivation. Die light fruit cake gab uns fluegel. Die fluegel wurden uns aber in wahrheit tag fuer tag gekuerzt und einstimmig haben wir beschlossen wir sind gebrochene menschen. Angefangen hat es ganz gut. Wir wollten 140 kilometer am tag fahren, ein ruhetag in eucla war eingeplant. Der erste tag begann wie es sich ein fahrradfahrer in australien nur wuenschen kann. bewoelkt und der wind kam aus der richtigen richtung. Die zelte waren in rekordgeschindigkeit eingepackt und die raeder, nicht wirklich leicht, essen fuer rund 7 tage wurden bestiegen. Am vortag hatte ich meinen negativrekord verbessert 100 k in 6 stunden. Man spuert dann alles, der hintern tut weh, das knie, einfach alles. Mit fahrradfahren hat es dann wenig gemeinsam. Ich fuehl mich wie der jesus, mir tut das kreuz so weh, doch ihm tat es erst mit 30 mir tat es heut schon weh.... Doch der wind drehte in der nacht und so machten  wir uns auf um die nullarbor zu bezwingen. Fuer rund einen halben tag hatten wir rueckenwind, dann drehte er. Wir troesteten uns damit dass es gestern schlimmer war und mit dem Ziel 140 Kilometer pro tag kaempften wir gegen den wind an. Wir haben es geschafft. Der 2 Tag brachte richtig gegenwind. Trotzdem wir baeumten uns dagenen auf, 140 pro tag haben wir gesagt wir fahrfen es. Und wir haben es geschafft. Der erste satz am 3 tag war > mike where does the wind come from? easterly.... Na subba. Wir haben einen Blick auf unser essen geworfen und beschlossen wenn wir die rationen verkleinern, koennen wir auch mit 100 K pro tag ueber die runden kommen. Brot kann man bei den roadhausern kaufen. Mittlerweile weiss ich auch dass man massive burger, fish and chips usw dort kaufen kann. Hatte es bis dato vermieden in Roadhauesern zu essen, aber der wind hat uns gebrochen. Am 4. tag hatten wir einstimmig beschlossen wind du hast uns gebrochen, wir geben es zu nun bitte dreh. Nix da. Die einzige motivation weiterzumachen war der gedanke an all das essen das in eucla auf uns wartet. Nach rund 8 tagen kamen wir dann auch an. 800 gramm kuchen, 500 gramm muesli waren binnen 2 stunden geschichte. Wir hatten abgemacht, wir verzichten auf den ruhetag und kuerzen die etappen dafuer. Eucla war aber eine oase und so kam es dass wir gesagt haben, ok sollte morgen frueh ein massiv westerly auftauchen fahren wir sonst verbringen wir einen tag hier. Wir waren uns so sicher, dass  wir wieder gegenwind bekommen, dass wir unsere wecker abgeschaltet haben. Um 5 bin aus dem zelt gekrochen und woher kam der wind? westerly. Ich hab mike aufgeweckt, er hat mir nicht geglaubt, aber die zelte waren ruck zuck wieder weg, aufs rad und weiter. mike hat am abend dann gesagt, der wind hat in einer nacht um rund 180 grad gedreht, warum sollte er es nicht wieder tun... Ich hab nur gesagt, er hat aber rund 8 tage dafuer gebraucht. Diese nacht haben wir an einem ort verbracht der unglaublicher nicht sein kann. ich fahre jetzt seit rund 3 monaten richtung sueden und was bekomm ich jetzt zu sehen, das ende australiens. Es ist nicht ein uebergang wie man ihn kennt, strand, sand usw. Nein australien liegt rund 200 meter ueber dem meer und bricht einfach ab. Man sieht alle schichten der erde. Man fuehlt sich so klein. Das gute nacht lied kam von robben und in der frueh wurden wir von delphinen begruesst. Dieser Tag war so unwirklich. Die Nacht war wieder etwas anders, ein Thunderstorm ist von   der Antarktis gekommen und brachte regen und wind mit sich wie ich es noch nicht erlebt hatte. Mein Zelt hat sich in alle richtungen gebogen, habe kaum schlaf gefunden. Die restlichen kilometer nach Ceduna waren wieder vom gegenwind gepraegt. Autofahrer beschreiben diesen abschnitt als wohl einen der langweiligsten strecken.

Nullabor.jpeg (20487 Byte)

In Rund 7 Tagen bin in Adelaide....

bis bald

ein euch vermissender

boris

 

3. Nachricht von Boris (7.11.2002)

Ich bin jetzt in Albany. Ist das andere Australien, alles grün, wasser wohin man sieht, kühe so fett dass sie kaum auf den beinen stehen koenne. im norden koennen sie auch kaum auf den beinen stehen. Da sind es aber nur gerippe. Werden dann nach indonesien geschifft, aufgepappelt und wieder nach australien geschickt. hier ist es wie gesagt anderes. Alles im Überfluss vorhanden. Zum Gegenwind haben sich noch berge und regen gesellt. Es regnet fast jeden 3 Tag mindestens einmal. Der weg raus aus perth fürt dann durch regenwälder, bäume die über 600 jahre alt sind zäumen den weg. Waldwege ueber 60 Kilometer lang. Richtig kalt im Wald.

In 600 Kilometer wartet das andere australien wieder auf mich. 1200 kilometer 6 Roadhauser und niemand der mir sagen kann ob rücke oder gegenwind. neben den 700 Kilometern von Broome to Port Hedland, ist das die 2 Königsetappe. Hier in Albany ist die letzte möglichkeit ersatzteile zu bekommen. Aus erzählungen und reiseberichten weiss ich bereits dass Strassenschilder auf mich warten die verkünden bring dein eigenes wasser fuer die nächsten 1200 k, oder dont ask for water bei den roadhauesern. die längste gerade strasse mit 146 k ist auch noch zu bewältigen. Freu mich auf diese herausforderung, denn dann bin ich fast schon in nz.

Also bis bald, ca 20 tage,
boris

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2. Nachricht von Boris (29.10.2002)

Hallo meine lieben,

bin gestern nach rund 4408 Kilometern in perth gelandet. Die stadt unterscheidet sich kaum von den anderen australischen metropolen. extrem grosse vororte und ein sehr kleiner kern. macht das leben wesentlich leichter. Binnen 2 Tagen kennt man so ziemlich alles, da alles sehr knapp zusammenliegt.

Das spannende war aber der uebergang der natur. Von Darwin bis Carnarvon nur wüste. Wenn man etwas grünes zu sehen bekommen hat dann nur dank bewässerung. Wasser war extrem knapp. Es gab sogar warnschilder am strassenrad die darauf ihnweisen, fuer die naechsten 700 kilometer wasser zu bunkern. In manchen gebieten wird wasser mit dem lkw geliefert. Also nicht in huelle und fuelle vorhanden. Manche roadhaeuser verlangenten zeitweise 25 schilling fuer 1 einen liter wasser. Haette ich dort auffuellen mussen haette mich das rund 500 schilling gekostet. Da aber meistens ein Campingplatz dabei ist hab ich mich dann dort bedient, wasser gestohlen. In Carnarvon hab ich die ersten Orangen vom baum gepflueckt, koestlich warme orangen.... Die fahrt raus aus carnarvon gestaltete sich sehr spannend. Nach ca 100km kamen kleine straeucher die sich nach rund ca 300km zu einem strauchwald formierten. Und es kam immer besser. Alle 50 Kilometer hat sich die umgebung veraendert. baeume tauchten auf, 2 meter hoch, sonst waren sie max 1,50. Blumen und schliesslich waelder. Es regnet momentan min. 4 mal pro tag. Alles ist so grün, nur die erde bleibt rot. Gibt manchmal ein wirklich komisches bild, 100 grüntöne und dann die rote erde. Western australia hat ungefahr ein drittel der fläche von gesamt australien. in australien leben 18 mio menschen. 10 prozent davon in Western Australia. macht also rund 1.8 mio. Wobei hier rund 1.6 mio in perth und umgebung wohnen. Man kann also sagen, dass rund 200.000 menschen sich auf einem drittel australiens herum tummeln. Die flache sollte ungefahr GB, Spanien Portugal, Deutschland, Österreich enstprechen. Also man sieht kaum jemanden. Und das fuer rund 6 Wochen. Hab einen richtigen Schock bekommen. Konnte mich kaum satt sehen, dass grün, fette kuehe. Im norther Australia werden die kuehe aufgezogen und nach indonesien geschickt um aufzufette. Man sieht fast nur gerippe am strassenrand, so dünn sind sie. Doch hier fett, alles im überfluss. Häuser, extrem gross. schwer zu beschreiben.

auf jeden fall ist ein meilenstein geschafft. Vor mir liegt nun ein sehr schöner teil. Von Perth gehts weiter Fremantal, Bunburry, Albany. Sind rund 1000 Kilometer; Wobei mit sicherheit 6 Nationalparks zu durchqueren sind. Die städte sind sehr nah, max 100 kilometer. Muss also kein extra gewicht mitschleppen. In den harten zeiten hatte ich rund 18 Liter wasser mit und rund 10 kilo essen. Das essen reicht dann aber auch für 8 tage. Das wasser für 1.5 tage. Ohne diese last ist es wieder fahrradfahren oder fliegen.

Freue mich über jede mail, je länger desto besser.
bis bald,
boris

Wer Boris schreiben möchte:
boris_treml2002@yahoo.de

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1. Nachricht von Boris (eingetroffen am 1.10.2002)

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servus paul,

entschuldige die erste sehr spaete nachricht. sitzte oft ,-) am rad und denk jetzt schreib ich dem paul, will ich auch wirklich machen, nur dann ist das internet sau teuer, also denk ich mir ok in der naechsten groesseren stadt geh ich die buecherei und von dort alles for free (internet) die naechste groessere stadt liegt aber noch vor mir 2000 km also schreib ich dir jetzt kurz. Ich fuehre Tagebuch, und die volle Story bekommst  spaeterstens aus neu seeland, da hab ich viel zeit bei meinem bruder....

also die ersten 2000 km sind gefressen. die tour fuehrt mich von darwin, ganz im norden runter nach kathrine 300km, der prolog so zu sagen.

dann gings richtung westen, in den wilden westen. in australien leben rund 18 mio menschen. western australien ist rund 50 prozent von ganz australien, und es leben genau 1.6 mio menschen hier, hiervon wieder 1.2 um perth bin in 2000 km dort. also dass das land hier dicht besiedelt ist kann man nicht so sagen. eine erfahrung wenn du mit rad anhaehnger und lebensmittel fuer rund 3 bis 4 tage dich auf den weg machst um zu einer stadt zu gelangen die dann gerade 4 wohnwagen, 2 zapfsaeulen ein roadhouse und eine kuh hat.

ich radle am tag so ca 130 km von 6 in der frueh bis 11 und von 3 bis 5. durchschnittgeschwindigkeit liegt bei rund 24 km/h. der wind lasst dich fliegen oder krepieren. wasser ist das hauptproblem, die einsamkeit kann wunderschoen sein oder auch die sau. bin aber sehr selten alleine, treffe seit darwin immer wieder die selben leute, sie reisen halt sehr langsam, bleiben laenger an einem ort, und machen halt mehr ausfluege. jetzt gehts aber richtung perth und da ist nix, einfach nix. werde sie also alle verlieren, da sie sicherlich rund 800 km am tag machen.

mich beschaeftigt momentan der weg zum sandfire roadhouse sehr. 300 km mit nix. hab wie gesagt freunde gefunde, die mir nach 160 km 15 liter wasser auf die strasse stellen, und so scheiss ich mich halt durch.

generell, sehr wirr wohl dieses mail da ich gerne alle eindruecke rueber schicken wollte, ist es eine tolle erfahrung und fuer mich weit besser wie meine letzte australienreise. eine materialschlacht, persoenlich und koerperlich eine herausforderung.

also bis bald 

boris

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Boris beim Ausspannen nach der 2. Etappe bei der TdN 2002


Linktipps:

Boris's Steckbrief
www.austalia.com
www.australien.com

I'm a Free Eagle! Born to be crazy!

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(C) Paul Richter, FREE EAGLE Fun Racing Team gatschbiker@free-eagle.at
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